Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf dem Bordstein vor Ihrem Haus. Sie haben Ihre Füße zusammen, stellen sich auf die Zehenspitzen, strecken beide Arme über Ihren Kopf, springen gerade nach oben und landen wieder auf dem Bordstein. Stellen Sie sich nun die gleiche Übung am Rand eines 5-stöckigen Daches vor. Keiner von uns würde es tun, obwohl wir wissen, dass wir in der Lage sind, direkt nach oben zu springen und an derselben Stelle zu landen. Wir würden es alle wagen, denn die Konsequenz eines kleinen Ausrutschers ist der Tod. Das Risiko-Ertrags-Verhältnis ist es einfach nicht wert. Der Mensch führt ständig eine Risikokompensation durch. Wir passen unser Verhalten daran an, wie sicher wir eine Umgebung einschätzen, oft ohne es zu merken.
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Nicht jede Entscheidung ist lebenswichtig, aber das Muster gilt: wahrgenommene Sicherheit verändert das Verhalten. Der Risikoausgleich wird schnell kompliziert, weil Menschen wunderbar irrational sind. Aber wir sind stets bereit, die Grenzen des „Risikos“ zu überschreiten, wenn etwas (Geschwindigkeit, Bequemlichkeit, Komfort) das Risiko lohnenswert erscheinen lässt.
Sam Peltzman, ein Wirtschaftswissenschaftler an der University of Chicago, veröffentlichte 1975 eine Studie, in der er argumentierte, dass Sicherheitsvorschriften für Kraftfahrzeuge weitgehend durch riskanteres Fahrverhalten ausgeglichen würden. Mit anderen Worten: Da Autos über mehr Sicherheitsfunktionen verfügten, würde sich das Fahrverhalten der Menschen verschlechtern, weil „mein Auto sicher ist“.
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Dein Auto lügt dich an
Menschen verhalten sich unterschiedlich, je nachdem, wie gefährlich sich ihre Umgebung anfühlt, und nicht davon, wie gefährlich sie tatsächlich ist.
