Nach der russischen Invasion in der Ukraine und dem veränderten geopolitischen Kontext in Europa ist die militärische Mobilität zu einer strategischen Priorität für die EU geworden. Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Kommission neue Initiativen und eine deutliche Aufstockung der Mittel gefördert, um ihre Verkehrsinfrastruktur anzupassen und die Vorschriften angesichts neuer Herausforderungen zu vereinfachen.
Alles begann, als die EU bereits im November 2017 ihre Politik der militärischen Mobilität startete. Auf dieser Grundlage verabschiedete sie im März 2018 den ersten gemeinsamen Aktionsplan, der sich auf die Modernisierung des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) für die duale, militärische und zivile Nutzung konzentriert. Dies führte zum ersten speziellen Budget für militärische Mobilität in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro im Rahmen der Connecting Europe Facility (CEF) für den Zeitraum 2021–2027. Dies unterstützte den Abschluss von 11 von 95 identifizierten vorrangigen Infrastrukturprojekten für alle Verkehrsträger in 21 Mitgliedstaaten.
Schließlich hat die Kommission im November 2025 eine neue Verordnung vorgeschlagen, um den Transport von militärischer Ausrüstung, Gütern und Personal in der gesamten EU zu beschleunigen, was einen Schritt in Richtung eines „militärischen Schengen-Raums“ darstellt. Da die Schienenlogistik in diesem System eine zentrale Rolle spielt und Maßnahmen zur Priorisierung militärischer Schienenbewegungen in Krisenzeiten und zur Beseitigung von Engpässen im grenzüberschreitenden Verkehr ergriffen werden, haben wir uns entschieden, dieses komplexe politische Thema aus der Perspektive des Schienenverkehrs zu untersuchen.







