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    Erfahrungsberichte von Rumänen, die in Gewächshäusern auf Sizilien arbeiten, gesammelt in einem Buch

    February 27, 20264 Mins Read
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    Am 20. und 21. Februar wurde der von Ciprian Apetrei signierte Band Liberi dall’invisibilità in zwei aufeinanderfolgenden Veranstaltungen, die in der Diözesanbibliothek in Ragusa und in der Buchhandlung Mondadori in Vittoria stattfanden, der sizilianischen Öffentlichkeit vorgestellt. Es handelte sich nicht um einfache Buchveröffentlichungen, sondern um Momente des kollektiven Bewusstseins, in denen sich Literatur, Kunst und Gemeinschaft trafen, um einer allzu lange ignorierten Realität Gesicht und Stimme zu geben.

    Das Buch entstand aus einem gemeinsam mit Caritas und Save the Children organisierten Labor für kreatives Schreiben, an dem Mitglieder der rumänischen Gemeinde in Marina di Acate beteiligt waren. Menschen, die in den Gewächshäusern im Süden Siziliens leben und arbeitenin einem Kontext, der oft von Prekarität, mangelnder Sichtbarkeit und sozialer Fragilität geprägt ist. Ziel des Projekts war es, ihre Zeugnisse in Literatur umzuwandeln, ohne ihre Authentizität zu verlieren und ihnen Würde und öffentlichen Raum zu verleihen.

    Ragusa: die Schwelle des Unsichtbaren überschreiten

    Der Veranstaltung am Freitag in Ragusa ging eine künstlerische Installation der französisch-kanadischen Künstlerin Aurélie Bizouard voraus: ein Gewächshausfilm, in den zwei wesentliche Sätze des Bandes eingeschnitten waren und der sich symbolisch wie eine Tür öffnete. Das Publikum wurde eingeladen, durch diesen „Schleier“ zu gehen und so die Geste des Betretens einer Welt anzunehmen, die existiert, aber oft am Rande unseres Blicks bleibt.

    „Wir sind endlich zu Hause.“

    Zwei symbolträchtige Stimmen erklangen: das einer Frau, die in den Gewächshäusern von Marina di Acate arbeitet, dankbar für ihren Glauben, ihre Familie und die Kraft zu arbeiten, und das eines Kindes, das nach der Rückkehr von einem Kurzurlaub in Rumänien sagte: „Wir sind endlich zu Hause.“ Zwei einfache, aber aufschlussreiche Formulierungen für die Komplexität von Identität und Zugehörigkeit.

    Die Veranstaltung wurde mit Grußworten des Direktors der Diözesanbibliothek, Don Giuseppe Di Corrado, und des Direktors der Diözesancaritas, Domenico Leggio, eröffnet. Ein Vertreter des rumänischen Konsulats war ebenfalls anwesend, ein Zeichen der institutionellen Aufmerksamkeit für diese diasporische Realität.

    Der Dialog mit dem Autor wurde von Vincenzo La Monica moderiert, der das Labor, aus dem das Buch entstand, unterstützte und förderte. In seinem Beitrag erläuterte Ciprian Apetrei das Symbol des Steins auf dem Cover – ein „lebender Stein“ aus der rumänischen Tradition, der dem Mythos nach mit der Zeit wächst. Ohne die Geschichte zu kennen, bleibt nur ein Stein übrig; Ohne Erinnerung und kulturellen Code werden auch Menschen undurchsichtig, selbst wenn sie wie wir aussehen.

    Vittoria: Das Wort wird leicht

    Am Samstag wurde die Präsentation im Vittoria in einer ebenso intensiven Atmosphäre fortgesetzt, die von lebhaftem Dialog und Beteiligung geprägt war. Die Veranstaltung wurde durch die Intervention von Vincenzo La Monica in einem klaren und produktiven Dialog eröffnet, der die Wurzeln und die Bedeutung des Projekts wieder in den Vordergrund rückte.

    Alina Catrinoiu, Herausgeberin und Übersetzerin des Bandes, betonte die Bedeutung der Umwandlung einer Gemeinschaftserfahrung in einen verantwortungsvollen redaktionellen Akt, der in der Lage ist, kulturelle Grenzen zu überschreiten. Domenico Leggio und Schwester Claudia, Missionarin in Marina di Acate, sprachen ebenfalls und gaben ein direktes Zeugnis der im Buch beschriebenen Realität. Isabella Papiros Lesung verwandelte die geschriebenen Seiten in eine lebendige Präsenz, in eine stille Gemeinschaft mit dem Publikum.

    Der kraftvollste Moment war jedoch die künstlerische Installation von Aurélie Bizouard: Transparente Blätter, in die Sätze aus dem Band eingraviert waren, wurden von den Telefonen der Anwesenden beleuchtet und die Worte auf die Wände projiziert. In dieser kollektiven Geste wurden die Zeugnisse wieder lebendig. Jeder Teilnehmer wurde für einen Moment zum Träger und Zeugen dieser Geschichten. Ein einfacher und tiefgreifender Akt, der in voller Übereinstimmung mit dem Ziel des Buches steht: sichtbar zu machen, was Gefahr läuft, im Schatten zu bleiben.

    Eine gemeinsam gemachte „Kreuzung“.

    Liberi dall’invisibilità ist nicht nur ein Buch über Migration oder Marginalität. Es ist eine Einladung, über den Schein hinauszuschauen, die Würde einer Gemeinschaft anerkennenund die stillschweigend zur Wirtschaft und zum sozialen Leben des sizilianischen Territoriums beitragen. Es ist auch eine Brücke zwischen Rumänien und Italien, zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Identität und Zugehörigkeit.

    Die beiden Tage im Februar bewiesen, dass Literatur zum Erlebnis und das Wort zum Licht werden kann. Und wenn Kunst, Glaube und bürgerschaftliche Verantwortung aufeinander treffen, nimmt das Unsichtbare Gestalt an.

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