Die WHO ruft wegen Ebola im Kongo den internationalen Gesundheitsnotstand aus.
Die Weltgesundheitsorganisation erklärte am Sonntag, 17. Mai, dass die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda einen Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite darstellt. Britische Experten sagen, dass das Risiko für die britische Bevölkerung sehr gering ist.
Die Ankündigung erfolgte durch WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus nach Rücksprache mit den Behörden der beiden betroffenen afrikanischen Länder. Die Entscheidung ordnet die Epidemie in die gleiche Alarmkategorie wie die COVID-19-Pandemie oder die MPOX-Epidemie von 2024, die WHO betonte jedoch, dass die aktuelle Situation nicht die Kriterien einer Pandemie erfülle.
Wie viele Fälle wurden bisher gemeldet?
Mit Stand vom 16. Mai 2026 haben die Gesundheitsbehörden 246 Verdachtsfälle und 80 mutmaßliche Todesfälle in der Provinz Ituri im Osten der Demokratischen Republik Kongo registriert. Acht Fälle wurden durch Labortests in drei Gebieten bestätigt: Bunia, Rwampara und Mongbwalu.
In der Hauptstadt Kinshasa wurde ein Fall bei einer aus Ituri zurückgekehrten Person bestätigt. In Uganda wurden zwei bestätigte Fälle, einer davon mit tödlichem Ausgang, bei Menschen gemeldet, die aus dem Kongo angereist waren. Ein 59-jähriger kongolesischer Staatsbürger starb in Kampala, der Hauptstadt Ugandas.
Die WHO hat gewarnt, dass die tatsächliche Zahl höher sein könnte als derzeit ermittelt. Die hohe Positivitätsrate der ersten Proben, acht von 13, deutet auf eine breitere Verbreitung des Virus hin.
Es gibt keine zugelassenen Impfstoffe oder Behandlungen
Der Ausbruch wird durch das Bundibugyo-Virus verursacht, einen seltenen Ebola-Stamm, für den es derzeit keine zugelassenen Impfstoffe oder spezifischen Behandlungen gibt. Für den bekannteren Stamm Zaire gibt es sowohl einen Impfstoff als auch monoklonale Antikörper, die die Sterblichkeit deutlich senken.
Bei den letzten beiden Ausbrüchen des Bundibugyo-Virus lag die Todesrate nach Angaben der WHO zwischen 30 und 50 Prozent, in Uganda im Jahr 2007 und im Kongo im Jahr 2012.
Die Symptome treten zwischen 2 und 21 Tagen nach der Infektion auf und umfassen zunächst Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Halsschmerzen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Erbrechen, Durchfall, Hautausschlägen sowie inneren oder äußeren Blutungen.
Die Übertragung des Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit dem Blut oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter Personen, durch kontaminierte Gegenstände, aber auch durch den Kontakt mit Leichen, weshalb traditionelle Bestattungen bei früheren Epidemien zur Übertragung der Krankheit beitrugen.
Was britische Spezialisten zum Risiko für Großbritannien sagen
Das Imperial College London schätzte das Risiko für Großbritannien als sehr gering ein. „Während der westafrikanischen Epidemie von 2013 bis 2016 wurden trotz der fast 30.000 Fälle in der Region nur wenige Fälle nach Europa exportiert, und dabei handelte es sich größtenteils um repatriierte internationale medizinische Fachkräfte“, sagen Spezialisten der School of Public Health der Universität.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) berichtete, dass die Wahrscheinlichkeit einer Infektion für Menschen, die in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum leben, angesichts des geringen Risikos der Einfuhr und Sekundärübertragung in Europa sehr gering ist.
Welche Empfehlungen gibt es für Reisende aus Großbritannien?
Das National Travel Health Network and Center (NaTHNaC) überwacht die Situation und rät Personen, die in betroffene Gebiete reisen, zur Vorsicht. Die WHO forderte die Staaten dazu auf, Grenzen nicht zu schließen und den Handel einzuschränken. Diese Maßnahmen werden „normalerweise aus Angst und ohne wissenschaftliche Grundlage“ umgesetzt.
Reisenden, die in die kongolesische Provinz Ituri reisen, wird empfohlen, den Kontakt mit kranken Menschen, Leichen und Wildtieren, insbesondere Fledermäusen und Primaten, zu vermeiden. Die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) haben eine Warnung der Stufe 2 herausgegeben und Reisende aufgefordert, zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Diejenigen, die in die Region gereist sind und innerhalb von 21 Tagen nach ihrer Rückkehr Symptome entwickeln, die mit Ebola vereinbar sind, sollten sich sofort an die NHS 111 oder ihren Hausarzt wenden, ohne direkt ins Krankenhaus zu gehen, um eine sichere Beurteilung zu ermöglichen.
Die WHO wird in der nächsten Zeit einen Notfallausschuss einberufen, der detaillierte Empfehlungen aussprechen wird. Afrika CDC- und WHO-Teams koordinieren bereits die Reaktion im Kongo und Uganda, und die USA führen eine kleine Gruppe US-Bürger in das betroffene Gebiet zurück.
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