Starmer: „Wir schließen uns den Angriffen nicht an, aber wir verteidigen unsere Verbündeten“
Der britische Premierminister Sir Keir Starmer hat bestätigt, dass Großbritannien einem Antrag der Vereinigten Staaten zugestimmt hat, britische Militärstützpunkte zu nutzen, um iranische Raketenanlagen anzugreifen, während der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran rasch eskaliert.
Die Entscheidung stellt einen bedeutenden Positionswechsel dar, nachdem London zuvor ähnliche Anträge aus Washington abgelehnt hatte.
Was beinhaltet die Vereinbarung?
Laut offizieller Erklärung des Premierministers können die britischen Stützpunkte ausschließlich für „spezifische und begrenzte Verteidigungszwecke“ genutzt werden.
„Wir haben diese Erlaubnis erteilt, um den Iran daran zu hindern, Raketen in der gesamten Region abzufeuern, unschuldige Zivilisten zu töten, britische Leben aufs Spiel zu setzen und Staaten zu treffen, die nicht beteiligt waren“, sagte Starmer.
Zu den Einrichtungen, die genutzt werden könnten, gehören der Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean und RAF Fairford in Gloucestershire, die früher für US-amerikanische B-52-Bomber genutzt wurden.
200.000 Briten in der Region
Der Premierminister wies darauf hin, dass sich im Nahen Osten etwa 200.000 britische Staatsbürger, Einwohner, Touristen oder Transitreisende aufhielten.
„Iran hat anhaltende Angriffe auf Länder gestartet. Sie haben Flughäfen und Hotels getroffen, in denen britische Bürger übernachten. Es ist eine gefährliche Situation“, sagte er.
Starmer bestätigte, dass ein Militärstützpunkt in Bahrain getroffen worden sei und iranische Raketen britisches Personal nur knapp verfehlt hätten.
„Wir wiederholen nicht die Fehler des Irak“
Der Premierminister bestand darauf, dass Großbritannien sich nicht an Offensivoperationen der USA und Israels beteiligte.
„Wir schließen uns diesen Angriffen nicht an, werden aber unsere Verteidigungsmaßnahmen in der Region fortsetzen.“
„Ich möchte es ganz klar sagen: Wir erinnern uns an die Fehler des Irak. Wir haben diese Lektionen gelernt.“
Die britische Regierung hat erklärt, dass die bereitgestellte Unterstützung auf die Verteidigung der Verbündeten und den Schutz der britischen Streitkräfte in der Region abzielt.
Extrem angespannte Situation
Israel gab bekannt, dass es weiterhin Angriffe auf Ziele in Teheran durchgeführt habe, und iranische Staatsmedien berichteten über den Tod des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei.
Iran hat „verheerende“ Vergeltungsmaßnahmen angekündigt und Raketen und Drohnen auf Israel, Golfstaaten und US-Ziele abgefeuert.
In mehreren Ländern, darunter Iran, Irak, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wurde der Luftraum geschlossen, was den internationalen Flugverkehr massiv beeinträchtigte.
Britische Streitkräfte in Alarmbereitschaft
Verteidigungsminister John Healey bestätigte, dass sich rund 300 britische Soldaten in der Nähe von getroffenen Zielen in Bahrain befänden.
Er sagte auch, dass zwei iranische Raketen auf Zypern abgefeuert worden seien, wo Großbritannien große Militärstützpunkte habe, darunter RAF Akrotiri.
„Wir wissen noch nicht, ob britische Einrichtungen absichtlich angegriffen wurden“, sagte Healey.
Die britischen Streitkräfte auf Zypern sind in höchster Alarmbereitschaft.
Harte politische Reaktionen in Großbritannien
Die Entscheidung des Premierministers löste in der politischen Szene sofortige Reaktionen aus.
Der Vorsitzende der Grünen, Zack Polanski, kritisierte das Urteil mit den Worten: „Es brauchte nur einen Anruf von Donald Trump, um Starmer in einen weiteren illegalen Krieg im Nahen Osten zu stürzen.“
Der Vorsitzende von Reform UK, Nigel Farage, sagte, die Entscheidung sei „besser spät als nie“.
Die Liberaldemokraten haben eine Abstimmung im Parlament über die Nutzung britischer Stützpunkte gefordert. Parteichef Sir Ed Davey warnte, die Situation sei ein „rutschiger Abhang“ und forderte eine Klärung der Rechtsgrundlage für die Entscheidung.
Gefahr einer regionalen Eskalation
Britische Beamte warnen davor, dass die iranischen Angriffe weitergehen könnten und dass die Gefahr einer Ausweitung des Konflikts bestehe.
Zusätzlich zu den militärischen Auswirkungen weisen Analysten auf mögliche Auswirkungen auf Energiemärkte, Handelsrouten und die globale Stabilität hin.
Nach Angaben der britischen Regierung liegt die Priorität vorerst darin, britische Bürger und Militärangehörige in der Region zu schützen und eine weitere Eskalation zu verhindern.
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