Teheran verspricht eine „schnelle“ Reaktion und wirft Bukarest Mitschuld an der militärischen Aggression vor. Das Außenministerium weist die Vorwürfe zurück: „Rumänien ist nicht Teil des Konflikts“

Iran ist von der Diplomatie zu direkten Drohungen übergegangen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, warnte Rumänien am Montag, dass die Bereitstellung der Militärstützpunkte für die Vereinigten Staaten einer Teilnahme an einer militärischen Aggression gegen die Islamische Republik gleichkäme. Die Erklärung kommt nur wenige Tage, nachdem das Bukarester Parlament die Stationierung amerikanischer Ausrüstung und Truppen auf rumänischem Territorium im Zusammenhang mit Operationen im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran genehmigt hat.

„Ein schwarzer Fleck in der Geschichte der bilateralen Beziehungen“

Baghaei beschränkte sich nicht auf eine einfache Warnung. Der iranische Beamte bezeichnete die mögliche rumänische Unterstützung als „völkerrechtlich inakzeptabel“ und warnte, dass sie die internationale Verantwortung des rumänischen Staates nach sich ziehen würde. Darüber hinaus sagte er, dass das Engagement Rumäniens „einen schwarzen Fleck“ in der Geschichte der Beziehungen zwischen den beiden Ländern darstellen würde, und betonte, dass „das iranische Volk und das rumänische Volk immer in einer freundschaftlichen Beziehung standen“. Teheran versprach eine „angemessene und schnelle“ Reaktion, sowohl rechtlich als auch politisch.

Was das rumänische Parlament genehmigt hat

Die scharfe Reaktion Irans wurde durch die Entscheidung vom 11. März ausgelöst, als sowohl der Oberste Verteidigungsrat des Landes als auch das Parlament dem Antrag der Vereinigten Staaten zustimmten, Auftankflugzeuge, Überwachungsausrüstung und Satellitenkommunikationssysteme nach Rumänien zu schicken. Präsident Nicușor Dan erklärte daraufhin, dass die Ausrüstung „streng defensiv“ sei und mit dem Raketenabwehrsystem Deveselu korrespondiere und dass die Bürger keinen Grund zur Sorge hätten.

Hunderte amerikanische Soldaten werden „sofort“ in Rumänien erwartet

Der Verteidigungsminister Radu Miruță bestätigte am Wochenende, dass amerikanische Ausrüstung und Soldaten „sofort“ eintreffen sollen. Nach Angaben des Ministers werden zwischen 400 und 500 amerikanische Soldaten in Rumänien eintreffen, die die vom Parlament genehmigten Geräte verwalten werden. „Ich als Verteidigungsminister mache mir Sorgen über eine zusätzliche Präsenz amerikanischer Truppen auf dem Staatsgebiet, weil dies eine Erhöhung der Sicherheit darstellt“, sagte Miruță.

Die Antwort des MAE: „Rumänien ist nicht Teil des Konflikts“

Das Außenministerium in Bukarest reagierte umgehend auf die Drohungen Teherans. In einer Erklärung erinnerte das MAE daran, dass das bilaterale Zugangsabkommen von 2006 den Vereinigten Staaten den rechtlichen Rahmen für die Nutzung von Militärstützpunkten in Rumänien bietet und dass das seit über einem Jahrzehnt betriebene Raketenabwehrsystem „streng defensiven Charakter hat und gemäß der UN-Charta nur zu Selbstverteidigungszwecken eingesetzt wird“. Die offizielle Position Bukarests bleibt fest: Rumänien ist nicht Teil des Konflikts.

Der US-Kongress hat dies nicht genehmigtt die Anwendung von Gewalt im Iran

Das internationale Umfeld bleibt äußerst angespannt. Die USA und Israel rechtfertigen Militäreinsätze mit der Notwendigkeit, den nuklearen und militärischen Ambitionen Teherans entgegenzuwirken. Beweise für eine unmittelbare Bedrohung wurden jedoch nicht veröffentlicht, und der US-Kongress hat die Anwendung von Gewalt im Iran nicht offiziell genehmigt. Rumänien befindet sich somit in einer heiklen Lage, gefangen zwischen der Loyalität gegenüber dem strategischen Verbündeten Amerika und den diplomatischen Risiken, die eine – auch indirekte – Beteiligung an einem umstrittenen Krieg mit sich bringt.

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