
Urlauber sind nach einer Welle von Flugannullierungen im Zusammenhang mit steigenden Kerosinpreisen verunsichert, doch große britische Fluggesellschaften, darunter easyJet und Jet2, bestehen darauf, dass die Reisepläne für den Sommer weitgehend intakt bleiben.
Fluggesellschaften auf der ganzen Welt haben mit stark steigenden Treibstoffkosten zu kämpfen, die auf den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten und Störungen auf wichtigen Öltransitrouten wie der Straße von Hormus zurückzuführen sind.
Während dies einige Fluggesellschaften dazu gezwungen hat, Strecken zu kürzen, die Kapazität zu reduzieren oder die Gebühren zu erhöhen, wird britischen Reisenden gesagt, dass es zumindest vorerst keinen Grund zur Panik gibt.
EasyJet und Jet2 beruhigen Passagiere bezüglich Flügen in diesem Sommer
Sowohl easyJet als auch Jet2 haben schnell gehandelt, um die Befürchtungen vor weit verbreiteten Störungen während der Hauptferienzeit zu zerstreuen.
Kenton Jarvis, Vorstandsvorsitzender von EasyJet, sagte, die Fluggesellschaft habe „keine Probleme“ mit der Treibstoffversorgung in ihrem gesamten Netzwerk, einschließlich britischer und europäischer Flughäfen, festgestellt. Kunden wurden aufgefordert, sich keine Sorgen über bestehende Buchungen zu machen, da die Flüge voraussichtlich wie geplant durchgeführt werden.
Jet2 wiederholte diese Botschaft und bestätigte, dass es über ausreichende Treibstoffvorräte verfügt und keine Zuschläge für Feiertage oder Flüge erheben wird. Die Fluggesellschaft betonte außerdem die gesteigerte Treibstoffproduktion und alternative Importe aus Regionen, die nicht vom Konflikt betroffen waren, was ihr Zuversicht für den Sommer gab.
Flugausfälle nehmen weltweit zu
Trotz der Zusicherungen im Vereinigten Königreich ist das Gesamtbild der Luftfahrt turbulenter.
Fluggesellschaften auf der ganzen Welt haben bereits damit begonnen, ihren Betrieb zurückzufahren:
- Lufthansa hat innerhalb von sechs Monaten 20.000 Flugstreichungen, Flugverboten und die Streichung unrentabler Kurzstreckenstrecken angekündigt.
- Turkish Airlines hat mehr als 3.000 Flüge auf 23 Strecken gestrichen.
- KLM hat über 150 europäische Flüge gestrichen und dabei die steigenden Kerosinkosten angeführt.
- Allein im April hat SAS rund 1.000 Flüge gestrichen.
- Norse Atlantic hat seine Route von London Gatwick nach Los Angeles vollständig aufgegeben.
Insgesamt wurden im Mai rund 296 Abflüge von britischen Flughäfen gestrichen, was einem relativ kleinen, aber beachtlichen Anteil von 0,75 % der Linienflüge entspricht.
Die Preise und nicht die Flugzeuge sind das größere Problem
Während Stornierungen für Schlagzeilen sorgen, gehen Branchenexperten davon aus, dass die größeren Auswirkungen für Reisende steigende Tarife sein werden.
Die International Air Transport Association (IATA) hat gewarnt, dass Fluggesellschaften den Anstieg der Treibstoffkosten nicht länger auf unbestimmte Zeit verkraften können.
Daher sollten Passagiere damit rechnen, dass die Ticketpreise steigen, insbesondere später im Sommer, wenn der Treibstoffabsicherungsschutz ausläuft.
Mehrere Fluggesellschaften haben bereits Maßnahmen ergriffen:
- Air France-KLM erhöht die Tarife für Langstreckenflüge.
- United Airlines hat vorgeschlagen, dass die Ticketpreise um bis zu 20 % steigen könnten.
- Virgin Atlantic und Cathay Pacific haben Treibstoffzuschläge eingeführt oder erhöht.
- Billigfluggesellschaften wie AirAsia X und Volotea haben zusätzliche Gebühren eingeführt oder ihre Preismodelle angepasst.
Sogar Fluggesellschaften wie British Airways und Ryanair, die mit Tariferhöhungen zurückhalten, haben eingeräumt, dass sich anhaltend hohe Treibstoffpreise letztendlich auf die Ticketkosten auswirken werden.
Erfreulicherweise deuten die aktuellen Daten darauf hin, dass der Hauptflugplan im Sommer weitgehend stabil bleibt.
Die Flugreduzierungen für Juni, Juli und August sind minimal, und große britische Flughäfen wie Heathrow haben über die zuvor ausgesetzten Strecken in den Nahen Osten hinaus keine nennenswerten neuen Störungen gemeldet.
Darüber hinaus bereiten die Regulierungsbehörden Notfallmaßnahmen vor, die es Fluggesellschaften ermöglichen würden, Flüge zu stornieren, ohne wertvolle Start- und Landeplätze zu verlieren, wenn sich die Treibstoffknappheit verschlimmert.
Dennoch ist die Gesamtaussage klar: Es wird erwartet, dass Flüge durchgeführt werden, sie können jedoch zu höheren Preisen angeboten werden.
Was es für Reisende bedeutet
Vorerst können sich britische Urlauber auf die Zusicherungen der Fluggesellschaften, insbesondere von easyJet, Jet2 und TUI, stützen, die alle besagen, dass die Sommerferien ohne zusätzliche Gebühren für bestehende Buchungen durchgeführt werden.
Flexibilität bleibt jedoch der Schlüssel. Angesichts des finanziellen Drucks der Fluggesellschaften und der anhaltenden globalen Unsicherheit sollten Reisende auf Folgendes vorbereitet sein:
- Höhere Ticketpreise, insbesondere bei Last-Minute-Buchungen
- Mögliche Routenänderungen oder reduzierte Frequenzen
