Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sagte, sie habe den Krankenhausbetrieb aufgrund von Sicherheitsbedenken bei Schüssen eingestellt.
Veröffentlicht am 11. Mai 2026
Eine neue Welle von Bandengewalt in Haitis Hauptstadt hat Hunderte Menschen vertrieben und dazu geführt, dass die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) die Arbeit in örtlichen Krankenhäusern eingestellt hat.
Die Gruppe, auch bekannt als Ärzte ohne Grenzen, sagte am Montag, dass etwa 800 Bewohner vor der Einstellung des Betriebs in ihrem Krankenhaus im Stadtteil Cite Soleil in Port-au-Prince Zuflucht vor Kämpfen gesucht hätten.
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„Derzeit ist in der Gegend, in der die Kämpfe stattfinden, kein einziges Krankenhaus geöffnet“, sagte Ärzte ohne Grenzen in einer Erklärung und fügte hinzu, dass der Bedarf an medizinischer Versorgung zwar weiterhin groß sei, die Sicherheit von Personal oder Patienten jedoch aufgrund der Schüsse in der Gegend nicht gewährleistet werden könne. Ein Wachmann wurde im Inneren des Geländes von einer verirrten Kugel getroffen.
Kämpfe zwischen mächtigen Banden, die seit der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moise im Jahr 2021 die faktische Kontrolle über weite Teile der haitianischen Hauptstadt übernommen haben, haben zu weit verbreiteter Gewalt und Belastungen für die Zivilbevölkerung geführt.
Die Bemühungen der Behörden, die Kämpfe zu unterdrücken und den Einfluss krimineller Gruppen einzudämmen, haben sich weitgehend als wirkungslos erwiesen.
Ein anderes Krankenhaus in der Gegend, Hopital Fontaine, teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass es Neugeborene von der Intensivstation evakuiert habe. MSF gab an, einige Patienten behandelt zu haben, die aus dem Krankenhaus verlegt wurden, darunter schwangere Frauen, die über Nacht entbunden hatten.
Ein Kontingent ausländischer Truppen traf im April im Rahmen einer mit den Vereinten Nationen verbundenen Aktion in Haiti ein, doch frühere Interventionen hatten kaum Auswirkungen auf die Unsicherheit.
„Ich schlafe jetzt auf der Straße“, sagte die 56-jährige Monique Verdieux gegenüber Associated Press und sagte, sie habe Angst gehabt, nach Hause zurückzukehren, nachdem sie beobachtet habe, wie bewaffnete Männer Gebäude in ihrer Nachbarschaft niederbrannten.
Andere Haitianer, die am Wochenende durch die Kämpfe vertrieben wurden, haben auf der Straße zum Flughafen Toussaint Louverture Zuflucht gesucht.
