Wenn Sie durch ein Guckloch auf eine der derzeit 8.243 aktiven Baustellen in New York City blicken, entdecken Sie möglicherweise ein schlammiges Durcheinander freiliegenden New Yorker Bodens, der von Baggern aufgewühlt wurde und darauf wartet, in den frühen Morgenstunden von piependen Muldenkippern abtransportiert zu werden. Tausende Tonnen Abraum – alles von lehmigem Boden bis hin zu aufgeschlämmtem Schiefer, der bei Tunnelbohrungen aufgewirbelt wurde – müssen geerntet und entfernt werden, bevor mit dem Bau begonnen werden kann. Was wird aus dieser sehr urbanen Rendite? In einem verschwenderischen Kreislauf verlässt der größte Teil der ausgehobenen Erde die Grenzen von New York City in mit fossilen Brennstoffen betriebenen Muldenkippern, um in New Jersey oder darüber hinaus verarbeitet zu werden, um dann wieder auf anderen Baustellen in den fünf Bezirken zu landen.
Vielleicht könnte sich New York an Städten wie Paris, Wien, Shanghai und Tokio orientieren, die ihren städtischen Stoffwechsel neu ausrichten, um sowohl Material- als auch Kohlenstoffabfälle zu minimieren. Die Neubewertung von Abraum könnte New Yorks nie endende Sanierung zu einem Motor der lokalen und Kreislaufwirtschaft machen – könnte es der Stadt auch dabei helfen, den dringenden Bedarf an Uferbefestigungen im Zeitalter des Klimawandels zu decken? Im ersten Teil einer zweiteiligen Reihe: Der Architekturhistoriker und Architekt Lynnette Widder berücksichtigt die oft übersehene städtische Ressource, die New Yorks verdrängte Substrate.
Die größten laufenden Bauprojekte in New York City haben einen gigantischen Umfang. Denken Sie an das 1,2 Millionen Quadratmeter große Projekt, das das Terminal 6 am Kennedy Airport ersetzen soll, oder an die grandiose Erweiterung der Second Avenue Subway, deren abgeschlossene erste Phase etwa 64 Fuß breit, 100 Fuß tief und 1.600 Fuß lang ist, wobei mehr als das Doppelte noch folgen wird. Eine offizielle interaktive Karte der „aktiven Großbauarbeiten“ umfasst mehrere Projekte mit einer Fläche von mehr als 2 Millionen Quadratfuß. Jedes dieser Bau- und Infrastrukturprojekte setzt bereits vor Baubeginn unvorstellbare Mengen an Material in Bewegung: „Bau- und Abrissabfälle“ (C&D), zu denen Reste abgerissener Bauwerke, aber auch Gehwege, gebrochenes Gestein, gebrochene veraltete Infrastruktur und so ziemlich alles, was sich unter der Erde befindet, gehören können. Das aus der Erde geförderte Material, einschließlich unberührter und anthropogener Böden, ist eine enger definierte Kategorie dessen, was ein Ausgrabungsunternehmen als „Abraum“ bezeichnen könnte.
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